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Neubau Kinderspital Zürich Baustelle

Neubau lässt tief blicken

Die Grabungsarbeiten sind in vollem Gange, ein Verbindungstunnel ist fast fertig gebaut, die Musterfassade steht. Alles läuft nach Plan.

Am 4. Mai 2018 fiel mit dem Spatenstich der offizielle Startschuss für den Bau des neuen Kinderspitals in Zürich-Lengg. Darauf wurden über vier Hektar (46‘650 m2) Gelände, also mehr als sechs Fussballfelder, freigelegt. Die Grabungen reichten über zwei Stockwerke in die Tiefe, sowohl auf dem südlichen Areal des Akutspitals, als auch auf dem nördlichen, wo künftig das Gebäude für Labor, Lehre und Forschung (LLF) stehen wird.

Verbindungstunnel gegraben

Nachdem die eindrücklichen Baugruben mittels Spritzbetonwand gesichert waren, konnte der Aushub für die künftigen Anlagen zur Erdwärmenutzung erfolgen. Weiter haben die Fachleute Abwasserleitungen verlegt und diese an die öffentliche Kanalisation angeschlossen.

Zudem wurde ein Grossteil des 170 Meter langen und fünf Meter breiten Tunnels gebaut und ausbetoniert. Ein komplexes Unterfangen, bei dem temporär oberirdisch der Verkehr umgeleitet und unterirdisch streckenweise die Hochdruckwasserleitung der Stadt unterquert wurden. Der Tunnel verbindet das Spital mit dem LLF-Gebäude und enthält unter anderem Leitungen für Lüftung, Heizung, Strom und IT. Weiter wird das Infrastruktur-Team mit einer speziellen Transportanlage Geräte und Material durch den Tunnel führen können. Allen anderen Personen ist der Zutritt hingegen untersagt.

Kräfte tanken in der «Kispi Cucina Lengg»

Auf der Baustelle arbeiteten im vergangenen Jahr täglich etwa 80-200 Personen, in Zukunft wird sich diese Zahl an Spitzentagen auf 800 erhöhen. Damit auch für das leibliche Wohl der Bauarbeitenden gesorgt ist, hat die Geschäftsleitung des Kinderspitals entschieden, eine Verpflegungsstation einzurichten. Die «Kispi Cucina Lengg» befindet sich auf dem Areal Nord und bietet gesundes, regionales Essen, das aus dem Restaurant des Kinderspitals angeliefert und vor Ort aufbereitet wird.

Kosten und Termine eingehalten

Während auf der Baustelle emsiger Betrieb herrschte, hielten die Gesamtprojektleitung und das Baumanagement im Hintergrund die Fäden in der Hand, achteten auf die Einhaltung des engen Zeitplans sowie des Budgets und vergaben bereits die Hälfte aller öffentlich ausgeschriebenen Aufträge. Ein besonderes Augenmerk galt dabei den Kriterien des «nachhaltigen Bauens», weshalb Herstellungs- und Lieferprozesse sowie die Herkunft von Baumaterialien unter die Lupe genommen wurden.

Ausblick 2019: Untergeschosse und Innenausbau

In diesem Jahr wird sich die Baustelle abermals optisch verändern. Zusätzliche Kranen werden in den Himmel ragen, mehr Menschen, Maschinen und Geräte im Einsatz sein. Konkret wird in den nächsten Monaten die Bodenplatte in die Baugrube eingelegt, auf der der Rohbau für die Untergeschosse entsteht. Der Beton dazu wird direkt vor Ort gemischt. Dadurch können Lastwagen-Transporte stark reduziert und der Quartierverkehr entlastet werden.

Parallel dazu widmen sich die Fachleute der Innenausstattung und den medizinischen Geräten. Dazu haben sie sogenannte Mock-Ups (Modelle in Echtgrösse) für die Fassade, die Betonbemusterung, für ein Patientenzimmer sowie einen Untersuchungs- und Behandlungsraum konstruieren lassen. In diesen Räumlichkeiten werden nun Ausstattungselemente wie Installationen (z.B. Stromanschlüsse) und Möbel getestet. Da diese auf Papier geplant wurden, können sie so nun Fachleute und Mitarbeitende aus dem Kinderspital in einem möglichst realen Setting auf Herz und Nieren prüfen. Dies ermöglicht Korrekturen, bevor dann mit der Serienproduktion losgelegt wird.


Kein Zutritt zur Baustelle
Aus Sicherheitsgründen ist es nur befugten und mit einem speziellen Badge ausgestatteten Personen erlaubt, die Baustelle zu betreten und damit auch die «Kispi Cucina Lengg» zu nutzen.